GESCHICHTE
DAS FAMILIENUNTERNEHMEN, 1891 – 1962 DIE NEUAUSRICHTUNG; 1962 – 1974
DIE EXPANSION, 1974 –2005 DER GENERATIONSWECHSEL, ab 2005
Das Familienunternehmen
Als Emil Ipsen im Alter von 38 Jahren 1891 sein Speditionsunternehmen gründet, kann er bereits auf mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Branche zurückblicken. Geboren und ausgebildet in Kiel, ziehen ihn die besseren Karrierechancen schon bald nach Bremerhaven, das schließlich Sitz der neuen Firma wird. Neben seiner langjährigen Erfahrung und vielfältigen nationalen und internationalen Kontakten profitiert Ipsen von dem wirtschaftlichen Aufschwung, den das bremische Gebiet zu dieser Zeit erlebt.
Der Tätigkeitsschwerpunkt des jungen Unternehmens liegt im Bereich Baumwollspedition und –lagerhaltung. Die positive Geschäftsentwicklung erlaubt den Kauf zusätzlicher Läger in Bremerhaven sowie die Errichtung eines Büro- und Wohngebäudes. Bereits 1896 gründet Emil Ipsen eine Niederlassung in Bremen, das im Baumwollhandel zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Der erste Weltkrieg setzt dem Wachstum ein jähes Ende. Die beiden Söhne Hans und Emil Ipsen jun. werden ebenso wie viele Mitarbeiter zum Militär eingezogen und die Geschäftsaktivitäten gehen auf ein Minimum zurück.
Nach Kriegsende übernimmt Hans Ipsen die Niederlassung in Bremen während sein Bruder Emil jun. gemeinsam mit seinem Schwager Dietrich Bockhoop die Geschäfte in Bremerhaven weiterführt. Auf der Grundlage alter und mit viel Engagement neu geknüpfter Geschäftsbeziehungen gelingt der erfolgreiche Wiederaufbau des Unternehmens. Dabei entwickelt sich das Büro in der Bremer Obernstraße allmählich zum Hauptsitz.
Das Jahr 1939 bedingt gleich zweifach eine weitere Zäsur in der Unternehmensgeschichte: Im Februar stirbt Emil Ipsen und im September bricht der zweite Weltkrieg aus. Erneut bricht die Geschäftstätigkeit zusammen und wieder gelingt der Neubeginn nach Kriegsende.
Nachdem sein Bruder Emil bereits 1943 auf eine weitere Firmenbeteiligung verzichtet hat, liegen die Geschicke des Unternehmens nunmehr allein in den Händen Hans Ipsens. Seine persönliche Integrität gepaart mit geschäftlichem Erfolg und öffentlichem Engagement führen dazu, dass der Name Ipsen zum 60-jährigen Firmenjubiläum 1951 hohes Ansehen genießt. Neben seiner Arbeit widmet sich Hans Ipsen zahlreichen Ehrenämtern, u.a. ist er von 1945 bis 1961 Vorsitzender des Vereins der Bremer Spediteure. Die Mitarbeiterzahl seines Unternehmens wächst in dieser Zeit rasch, 1951 sind es 19 Beschäftigte, 1955 bereits 25.
Als Hans Ipsen am 19. Februar 1962 im Alter von 76 Jahren stirbt, stellt sich für das Unternehmen die Existenzfrage. Es wird offenbar, dass die Neukundenakquisition schon seit längerer Zeit vernachlässigt worden ist und die verbliebene Stammkundschaft nur aus persönlicher Verbundenheit dem überschuldeten Unternehmen die Treue gehalten hat. Um ihre eigene Existenz zu sichern, folgt die Witwe in dieser Situation der Empfehlung enger Berater und wandelt das Unternehmen in eine GmbH & Co. KG um.
Die Neuausrichtung
In der Folge wird die Geschäftsführung von Hans Michaelis, dem auch die Gesellschaftsanteile übertragen werden, und dem langjährigen Prokuristen Hermann Helfers übernommen. Dabei wird weder nach innen noch nach außen bekannt, dass Michaelis diese Anteile treuhänderisch für die Schiffsmaklerfirma Gebrüder Specht hält. Dieses seit vielen Jahren in Bremen etablierte Unternehmen möchte so die eigenen Forderungen gegenüber Emil Ipsen absichern und gleichzeitig die strategische Erweiterung der eigenen Geschäftsaktivitäten vorantreiben. Die vertrauliche Behandlung dieser Zusammenarbeit soll einen Interessenkonflikt innerhalb der Transportindustrie vermeiden.
Der Eintritt Hermann Rurödes in die Geschäftsleitung 1965 ist der Beginn einer Stabilisierung des Unternehmens. Nach seiner Ausbildung bei der Überseespedition Heinrich Rüppel, in der er zuletzt als Abteilungsleiter tätig ist, wechselt Ruröde in derselben Position zu E. Merck, Darmstadt, um schließlich nach Bremen zurückzukehren und bei der Firma Röhlig bis zu seinem Eintritt bei Ipsen als Exportleiter und Prokurist zu arbeiten. Neben insgesamt 40 Jahren Speditionserfahrung bringt Ruröde wertvolle neue Kundenkontakte in das Unternehmen ein.
1966 tritt Hermann Helfers in den Ruhestand, 1969 zieht sich auch Hans Michaelis zurück. Sein Treuhandverhältnis zur Firma Specht wird von Ruröde übernommen, unter dessen Leitung die erfolgreiche Neupositionierung von Emil Ipsen vor dem Hintergrund der zunehmenden Containerisierung des Seeverkehrs gelingt. Ruröde fördert vielversprechende Mitarbeiter, darunter besonders den Prokuristen Klaus Platz, der ihn bei der Entwicklung des Unternehmens tatkräftig unterstützt und 1974 seine Nachfolge in der Geschäftsleitung antritt.
Die Expansion
Klaus Platz beginnt seine berufliche Laufbahn als Lehrling bei Emil Ipsen. Bereits 1961 wird ihm Prokura verliehen, 1969 Einzelprokura. Zum Zeitpunkt seiner Übernahme der Geschäftsführung ist er bereits seit 20 Jahren im Unternehmen tätig. In den folgenden 31 Jahren baut er ein Unternehmen mit 35 Mitarbeitern am Hauptsitz in Bremen und je einer kleinen Niederlassung in Bremerhaven und Hamburg zu einer Firmengruppe mit bei seinem Ausscheiden 400 Mitarbeitern und Dependencen in 10 Ländern auf.
Sein unternehmerischer Spürsinn, seine Persönlichkeit, seine guten nationalen und internationalen Kontakte sowie seine Loyalität zur Firma und zu den Hauptgesellschaftern bilden die Grundlage für diese erfolgreiche Expansion. Dabei hilft ihm das „Glück des Tüchtigen“ ebenso wie das volle Vertrauen der Hauptgesellschafter, die die Entwicklung finanzkräftig begleiten und mit ihrer internationalen Vernetzung unterstützen.
Die wesentlichen Etappen der Expansion sind
| 1977 | Gründung der Speditionsfirma cet - Compagnie d’emballage et transport GmbH in Bremen sowie einer Niederlassung in Algier | |
| 1984 | Gründung einer Niederlassung von Emil Ipsen in Antwerpen | |
| 1985 | Übernahme der Anteile des Verpackungsunternehmens Heinrich Schäding durch die Gebrüder Specht | |
| 1989 | Übernahme der Mehrheit der Anteile an der Luftfrachtspedition Fastsped in Hamburg, Hannover und Frankfurt | |
| 1992 | Gründung von FastIpsen Bhd in Penang, Malaysia | |
| 1993 | Gründung von FastIpsen Pte. Ltd. in Singapur | |
| 1995 | Gründung von cet Tunesien | |
| 1997 | Gründung von cet Casablanca | |
| 1997 | Übernahme der Anteile an der Massilia Transit in Marseille |
Der Erfolg der Gruppe ist in diesen Jahrzehnten getragen durch das Engagement der Mitarbeiter, von denen viele bis heute der Gruppe die Treue halten.
Am 31.12.2005 scheidet Klaus Platz nach 51 Jahren Betriebszugehörigkeit und 31 Jahren als Geschäftsführer im Alter von 69 Jahren zunächst aus der Geschäftsleitung aus. Zum 31.12.2007 beendet er schließlich auch sein Engagement als Gesellschafter und vollzieht damit den letzten Schritt des seit 1999 wohl vorbereiteten Generationswechsels.
Der Generationswechsel und Umbau
Mit dem Entschluss der Gesellschafter Klaus Platz, Hermann Helms und Gebrüder Specht, die Identität des Hauptgesellschafters offenzulegen und Hans-Christian Specht in die Geschäftsleitung der Emil Ipsen GmbH & Co. KG zu berufen, wird das jüngste Kapitel der Unternehmensgeschichte eingeleitet.
Es folgt der Eintritt von Eduard Dubbers-Albrecht als Gesellschafter der Gebrüder Specht GmbH & Co. KG. Der Ausbau der Gruppe wird gemeinsam vorangetrieben. Das Vorgehen ist dabei zweigleisig: einerseits wird organisches Wachstum in den vorhandenen Firmen gefördert, andererseits werden weitere Neugründungen und Zukäufe getätigt:
| 2003 |
Übernahme der DWB Distri Warehouse Bremen |
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| 2005 | Übernahme der Mehrheit der Anteile der KES Frachtkontor GmbH und Umbenennung in KES-Distri Gründung von IPSEN POLSKA |
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| 2006 |
Gründung von cet Senegal |
Die zunehmende Komplexität der Gruppe verlangt nach einer Umstrukturierung zur effizienten Nutzung vorhandener Synergiepotentiale, zur Stärkung des Marktauftrittes bedarf es eines einheitlichen Profils. Dafür muss die Gruppe mit ihren vielfältigen Aktivitäten nach innen und außen unter einer gemeinsamen Identität vereint werden.
Unter der Regie von Hans-Christian Specht und Eduard Dubbers-Albrecht wird dieser Umbau sorgfältig vorbereitet. Im März 2007 fällt unter dem Motto „Time for Change“ auf einem Treffen aller Führungskräfte der Gruppe in Bremen der Startschuss zum Aufbruch in eine neue Ära.
IPSEN LOGISTICS ist heute ein starkes international operierendes Unternehmen mit eigenen Standorten in 12 Ländern und einem soliden weltweiten Netzwerk von Kooperationspartnern. Die lange Geschichte, die Kraft zwei existentielle Krisen zu überstehen und der kontinuierliche Ausbau des Unternehmens zeugen von Kraft und Kontinuität und bilden eine gute Grundlage für weiteres Wachstum.
Future needs a past!



























